Versicherungen und Finanzen, in Zeiten von Krisen und Privatinsolvenzen Top-Thema
Zweifelsohne sind Versicherungen, Finanzen und Vermögensbildung ein gefragtes Thema in diesen von der Krise gezeichneten Zeiten. Allerdings kein allzu populäres. Denn das Vertrauen in Aktien, Anlage-Fonds und dergleichen ist massiv gesunken. Von der staatlichen Rente ganz zu schweigen. Viel mehr neigen die Leute nun dazu, auf eigene Faust zu sparen. Das ehemals verpönte Sparschwein erlebt eine Renaissance. So sehr die Banken in der Krise den mittelständischen und kleinen Unternehmen sowie den Privatleuten misstrauten, dementsprechend kaum Kredite gewährten, so sehr misstrauen nun viele Privathaushalte den Banken – insbesondere den Investmentbanken.
Selbst ist der Sparer
Allerdings sind das traditionelle Sparschwein bzw. der Sparstrumpf nicht die einzige Kapazität, in denen deutsche Privatleute ihr Geld Bunkern. Vor allem Immobilien sind jetzt ein gefragtes Gut. Eigene Häuser und Wohnungen zum Kauf sind teilweise schon schwer zu finden, da die Nachfrage deutlich erhöht ist (Komisch, war das in den den USA vor der Krise nicht auch so?). Befeuert wurde diese Entwicklung hierzulande durch den schwächelnden Euro sowie die Griechenland-Hilfe. Die Flucht in die Immobilien ist ein verständlicher und erprobter Reflex. Bereits in der großen Krise in den Zwanziger Jahren in Deutschland, als eine beispiellose Inflation stattfand, versuchten sich jene, die es sich leisten konnten, in die Immobilien zu flüchten. Auch wenn es auf Kredit geschehen musste. Letzteres war sogar gar nicht weiter schlimm, da Immobilien auch damals eine wertbeständige und überdies existenzielle Anlage waren – das Geld und somit der Kredit verloren hingegen immer mehr an Wert (wodurch der Schuldendruck durch Kredit sank).
Egal, welche Möglichkeiten man selbst wählt, um in Krisenzeiten zu sparen: Klar ist auf jeden Fall geworden, dass die Leute wieder mehr Eigeninitiative zeigen müssen, wenn es um die eigenen Besitzstände geht. Zwar wird auch sehr viel um verschiedenste Anlageprodukte geworben. Doch auf welch wackeligem Fundament diese stehen können, hat die Krise selbst gezeigt. Genau aus diesem Grund begegnen die Menschen den teils spekulativen Anlagemöglichkeiten mit gerümpfter Nase. Verübeln kann man es ihnen nicht, denn dass man Börsianern und Bankern nicht alles abkaufen kann, haben diese jüngst eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
